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Raw Frand zu Parschat Nizawim 5763

Ermutigende Nachrichten vor Rosch Haschanah

In der Parscha dieser Woche sagt Mosche Rabejnu dem jüdischen Volk, dass er ihm eine klare Wahl gibt: "Siehe, ich lege heute vor dich das Leben und das Gute, sowie den Tod und das Schlechte ... du sollst das Leben wählen, damit du und deine Kinder am Leben bleiben." [Dewarim 30:15-19]

Der Midrasch bemerkt zu diesen Versen: "Und Rav Chaggaj sagt: "Nicht nur das; ich habe euch zwei Wege gezeigt und ich habe mehr getan, als ich von Rechts wegen hätte tun müssen, als ich euch gesagt habe, welchen Weg ihr einschlagen sollt.""

Was bedeutet dieser Midrasch? Wieso betrachtet man die Tatsache, dass G'tt den Juden gesagt hat, sie sollen das Leben wählen, als "Lifnim mi'schurat ha'Din" (mehr als Er von Rechts wegen hätte tun müssen)? Eigentlich hat G'tt nicht mehr getan, als zwei Möglichkeiten auf den Tisch gelegt und einen guten Rat gegeben: Wähle das Leben. Warum gilt die Tatsache, dass G'tt sagt: "und du sollst das Leben wählen" als "mehr als Er von Rechts wegen hätte tun müssen"?

Dazu sah ich eine Antwort von Rav Josef Chajim Sonnenfeld‘s Sohn. Es gibt in Parschat Bechukotaj [Wajikra 26:3] folgenden Vers: "Wenn du in Meinen Gesetzen wandelst, Meine Befehle einhältst und sie ausführst..." Unsere Rabbiner bemerken dazu: "Wenn du meine Befehle einhältst ("u'schmartem"), werde ich es dir anrechnen, als ob du sie schon ausgeführt hättest ("we'assitem")."

Was lehrt uns dieser Vers? Ist es nicht vollkommen klar, dass wir die Mizwot (Gebote) einhalten, wenn wir sie ausführen?

Wir können hier etwas Erstaunliches feststellen: Die Worte "et Mizwotaj tischmoru" haben nicht die Bedeutung "wenn du Meine Mizwot einhältst". Die Wurzel von "tischmoru" hat die gleiche Herkunft wie "und sein Vater hütete die Sache" ("we'Aviv schamar et haDawar") [Bereschit 37:11]. Gemäss dem Midrasch sagt der Vers mit anderen Worten: "Wenn du dir gedanklich vornimmst, meine Gebote zu halten, wenn du es IM GRUNDSATZ auf dich nimmst, sie einzuhalten, dann werde ich es dir anrechnen, als ob du sie bereits hältst."

Wie erkennen wir, dass die Torah einen Menschen, der grundsätzlich eingewilligt hat, die Mizwot zu beobachten, einschätzt, als ob er sie bereits hält?

Rav Josef Chajim Sonnenfeld sagt, dass wir dies aus dem Vers: "und du sollst das Leben wählen" [Dewarim 30:9] herleiten können. Dieses "mehr als von Rechts wegen", von dem der Midrasch redet, bezieht sich auf folgendes: G'tt versprach: "Wenn du das Leben WÄHLST", rechne ich es dir bereits als gute Tat an. Hast du grundsätzlich den Beschluss gefasst, die Gebote zu halten, ist es für mich schon so gut wie ausgeführt.

G'tt verlangt an diesem Punkt keine Taten. G'tt verlangt eine Zusage: "Strecke einfach die Hand aus und du gehörst bereits zu Meiner "Mannschaft"." Der Midrasch spielt auf die grosse Güte an, die G'tt uns zukommen lässt.

Das ist vielleicht eine Erkenntnis, die uns vor Rosch Haschana am ehesten Mut einflösst. Wenn wir den Tag des Gerichts in Angriff nehmen und Rückblick auf das vergangene Jahr halten - wohl wissend, dass wir die Erwartungen nicht erfüllt haben -, so fragen wir uns: "Wie sind wir imstande, zu einem guten Abschluss zu kommen, wie können wir unsere Jahresbilanz verbessern?" Wir fragen uns: "Was sollen wir tun, um kurz vor dem Jom HaDin (Tag des Gerichts) noch einen Zuschuss von geistigem Kapital zu erhalten?"

Chasal (unsere Weisen) sagen, dass ein ehrlicher Vorsatz, sich zu bessern und bestimmte Dinge zu tun, dem Menschen einen Verdienst gibt und ihm bereits zugute gehalten wird. Dies ist eine erstaunliche Neuigkeit, die man aus dem Vers "und du sollst das Leben wählen" lernen kann.

Wenn jemand beispielsweise wenig Zeit hatte, Torah zu lernen und er eigentlich gerne täglich lernen möchte, nicht nur einige Male pro Woche, so kann er in den Augen von Haschem den Jom HaDin bereits so begehen wie jemand, der täglich lernt.

Wenn der Vorsatz ehrlich ist und über das "Ich will mich bessern" hinausgeht und man ihn klar für sich umschreiben und ermessen kann, dann lehrt uns der "Chiddusch" (neuartige Auslegung) von "und du sollst das Leben wählen", dass man sofort, ab Erev Rosch Haschana (Vorabend von Rosch Haschana), in den Augen G'ttes als Rückkehrer dasteht.

Wer hat es nicht nötig seinen Auftritt vor G'tt, so kurz vor Rosch Haschanah, zu verbessern? G'tt will nichts mehr als "und du sollst das Leben wählen" - eine Zusage, einen ehrlichen Vorsatz, sich in festen, messbaren Bereichen zu verbessern. Dann "werde Ich es dir anrechnen, als ob du bereits einen Fortschritt zu verzeichnen hast".

Eine Ketiwa we'Chatima towa!


Quellen und Persönlichkeiten:
Rav Josef Chajim Sonnenfeld (1848 - 1932): Rav von Jeruschalajim.



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