Tischrej
/Chol HaMoed Sukkot

Raw Berel Wein zu Parschat Ha'asinu 5773

Das Lied von Ha'asinu - ein Überlebensführer

Die lange Ansprache von Mosche an das jüdische Volk, tritt im Wochenabschnitt Ha'asinu in ihre letzte Phase. Mosche spricht zu seiner Generation über die Eroberung und Besiedelung des Landes Israel – und er spricht zu allen späteren Generationen des jüdischen Volkes, tausende Jahre später.

Das Lied von Ha'asinu repräsentiert das gesamte Schicksal des jüdischen Volkes - und wie die von Raschi zitierten, beiden Meinungen aus dem Midrasch und Talmud verdeutlichen, bezieht sich die darin enthaltene Botschaft nicht einzig und allein auf das jüdische Volk, sondern hat auch allgemeingültige, weltumfassende Konsequenzen.

Jeder, der mit dem Verlauf der allgemeinen Menschheitsgeschichte vertraut ist, erkennt sofort, dass die Juden in ihrer Wirkung "ausser Proportion" sind - also unverhältnismässig. Die Geschichte der Welt hängt zu einem grossen Teil von der Geschichte der Juden ab. Unterdrücker der Juden werden ständig geboren, doch sie werden letzten Endes besiegt - und erst nachdem sie den Juden, ihren eigenen Völkern und der Welt als Ganzes erheblichen Schaden zugefügt haben.

Die Juden überleben, wie in der Prophezeiung und dem Lied von Ha'asinu versprochen wird – doch im Verlauf des Wiederaufbaus jüdischen Lebens, erscheinen immer wieder neue Feinde. Niemand lernt aus der Geschichte und vergangenen Ereignissen – weder die Juden, noch ihre Feinde – und so setzt sich das Muster, das in diesem Wochenabschnitt beschrieben wird, ewig fort. Und im Grunde ist das die "Substanz" aller Warnungen der Thora gegen die Verherrlichung fremder Götter. Diese fremden Götter haben sich bereits früher in der Geschichte als falsch erwiesen. Und doch werden sie noch immer verherrlicht – auch wenn sich die Nomenklatur und das äussere Gewand bisweilen ändert.

Die hauptsächliche Frage der jüdischen Geschichte – und eine, die uns auch heute beschäftigt (belagert und isoliert, wie wir uns vorkommen), ist die Folgende: Wie können wir diesen Teufelskreis durchbrechen? Im Lied von Ha'asinu erklärt uns Mosche, dass nur eine beherzte Rückkehr zu Werten und Traditionen des Bundes zwischen G-tt und [dem Volk] Israel diesen Kreislauf von Hass und Zerstörung beenden kann.

Die Rebellion der Juden gegen den Bund G-ttes, bringt auch die Rebellion gegen den Anstand und gesunden Menschenverstand mit sich, die in der Kontinuität der Verfolgung durch den Rest der Welt reflektiert wird. Mosche macht dies in seinen Worten - in diesem Wochenabschnitt – unmissverständlich klar. Die Wahrheit ist, dass obwohl dieses Lied von Ha'asinu jenes ist, dass Mosche dem jüdischen Volk befiehlt, zu verinnerlichen – und sich für alle Zeit daran zu erinnern und als ewige Bezeugung der jüdischen Geschichte anzusehen – viele Juden dieser Ermahnung von Mosche niemals wirklich geglaubt haben.

Und wir, in unserer Zeit, stolpern durch den Nebel der gegenwärtigen Ereignisse und tasten im Dunkeln nach einem innovativen Weg, der uns aus unseren Problemen herausführen könnte. Mosche nennt das jüdische Volk (32:20) "Kinder, die mein Vertrauen verloren haben." – und dies aufgrund der schrecklichen Tendenz, vergangene Fehler laufend zu wiederholen und andauernd die jüdische Vorliebe zu pflegen, die aktuellsten kulturellen und gesellschaftlichen Launen aufzugreifen. Vertrauen baut auf Weisheit und Beharrlichkeit. Das Lied von Ha'asinu liefert uns eine reichliche Portion von diesen beiden, erforderlichen Eigenschaften, die allein unser künftiges Überleben und unseren künftigen Erfolg garantieren werden.

Schabbat Schalom und Schana Towa!

 

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