Der Monat Tammus (Aus Sefer Hatoda’a / Das Jüdische Jahr. Bearbeitet und ergänzt von S. Weinmann)

Tammus ist der vierte Monat des Jahres, wenn man von Nissan an zu zählen beginnt. Auch in der Tora wird er "der vierte Monat" genannt. Der Name Tammus, wie die anderen Monatsnamen, ist babylonischen Ursprungs. Die Bedeutung des Namens führt auf einen heidnischen, babylonischen Kult zurück, der in den Schriften des Propheten Jecheskel erwähnt wird: "...wehinnej scham haNaschim joschwot mewakkot et haTammus" -…und siehe, dort sassen die Frauen, beweinend den Tammus (Jecheskel 8, 14). Dass dieser Name – trotz seines erinnernden Namens  an einen Götzen – geblieben ist, bedeutet, dass dies als ein weiterer Grund für die Zerstörung Israels erinnern soll. Leider gab es Leute, speziell Frauen, die diesem Götzenbild in der näheren Umgebung des Tempels huldigten.
Rosch Chodesch Tammus wird immer zwei Tage lang gefeiert, denn der vorangehende Monat Siwan hat immer dreissig Tage. So gilt der erste Tag Rosch Chodesch als Vollendung des Monats Siwan und der zweite Tag ist Beginn des neuen Monats. Tammus selbst ist immer ein "unvollständiger" Monat, d.h. er besteht immer aus 29 Tagen. Deshalb hat der darauffolgende Monat Aw immer nur einen Tag Rosch Chodesch.
Das Sternzeichen des Monats ist der Krebs. Auch die Wasserkrebse vermehren sich stark In diesem Monat, da er sehr heiss ist.
Es heisst im "Sohar", dass der Monat Tammus, ebenso wie der darauffolgende Monat Aw, eine unheilvolle Zeitspanne sei. "Aschrej ha'Isch schesoche lehinnazel mimena... - wohl dem Menschen, der es wert ist, dieser Gefahr zu entrinnen." (Siehe Zusatz zum Sohar Schemot, Seite 276.)

Der dritte Tammus

An einem Freitag, dem dritten Tag des Monats Tammus, liess Jehoschua Sonne und Mond 36 Stunden stillstehen, um den Krieg gegen Israels Feinden fertig führen zu können. So heisst es: "…wajomer leEjnej Jisrael Schemesch beGgiw’on dom weJare’ach beEmek Ajalon. - ...und sprach vor den Augen Jisraels, du Sonne, harre in Giw’on und du Mond, im Tale Ajalon!" (Jehoschua 10, 12).

Der Fasttag des 17. Tammus

Es ist ein Gebot der Propheten, an den Tagen, an denen unsern Vätern Leiden widerfahren sind, zu fasten. Der Zweck des Fastens ist, die Herzen zu erwecken, die Wege der Teschuwa (Rückkehr) einzuschlagen. Dadurch sollen wir uns an unsere bösen Handlungen erinnern und die Handlungen unserer Väter, die gleich den unsrigen heute waren, dass sie für sie und uns jene Leiden herbeiführten. Und indem wir dieser Dinge gedenken, sollen wir umkehren, um uns zu bessern, wie es heisst (Wajikra 26,40): „Und sie sollen ihre Schuld und die Schuld ihrer Väter bekennen.“ Deshalb ist jedermann verpflichtet, an diesen Tagen sich zu besinnen, seine Handlungen zu prüfen und von den bösen abzulassen. Denn die Hauptsache ist nicht das Fasten sondern die Teschuwa (Rückkehr), wie es von den Einwohnern Ninweh’s heisst (Jona 3, 10): „G“tt sah ihre Taten“; wozu unsere Weisen bemerken (Talmud Ta’anit 16a): Es steht nicht, „G“tt sah ihre Fastgewänder und ihr Fasten“, sondern, „G“tt sah ihre Taten, dass sie von ihrem bösen Weg umgekehrt waren“. Das Fasten ist nur eine Vorbereitung für die Teschuwa. Deshalb Menschen, die fasten aber den Tag mit unnützen Dingen verbringen, ergreifen nur die Nebensache und lassen die Hauptsache liegen. Doch mit Reue allein erfüllt man seine Pflicht nicht, denn das Fasten ist Anordnung unserer Propheten. Und das ganze jüdische Volk hat diese Vorschrift bereits auf sich genommen und an diesem Gebot wird in allen Generationen überall streng festgehalten.

Vier Fasttage gibt es: „Der Fasttag des Vierten (Monats), des Fünften, des Siebten und des Zehnten“ (Secharja 8, 19). Es sind dies: Der siebzehnte Tammus, der neunte Aw, Zom Gedalja und der zehnte Tewet.

Fünf verhängnisvolle Ereignisse geschahen an diesem Tag


Fünf schicksalhafte Dinge geschahen am siebzehnten Tammus:
1.    Die ersten Gesetzestafeln wurden zerbrochen, als Mosche vom Berg Sinai herunterkam und sah, wie die Benej Jisrael um das Goldene Kalb tanzten.
2.    Das tägliche Opfer im Ersten Tempel hörte auf, da die Kohanim die dazu benötigten Schafe nicht mehr besorgen konnten.
3.    Die Mauern Jerusalems zur Zeit des Zweiten Tempels wurden durchbrochen.
4.    Apostomos, der Bösewicht, verbrannte die Torarolle.
5.    Im Tempel wurde ein Götzenbild aufgestellt. (Aus der Mischna Ta’anit 4,6)

Auch bei der Zerstörung des Ersten Tempels wurde die Stadtmauer im Monat Tammus durchbrochen. Es geschah am neunten des Monats. Doch es wurde entschieden, keine zwei Fasttage anzuordnen, da die Menschen durch zwei nahe aneinanderliegenden Fasttagen einer allzu grossen Belastung ausgesetzt wären. So wird dieses Ereignis zusammen mit dem Durchbruch der Mauer des Zweiten Tempels in Erinnerung gebracht, da für uns diese Zerstörung das schlimmere Unheil bedeutet.

1. Der siebzehnte Tammus in der Wüste

Am siebten Siwan, ein Tag nach Matan Tora - der Übergabe der Tora - stieg Mosche noch einmal auf den Berg Sinai, um die Regeln und die genauen Einzelheiten der Tora in g"ttlicher Offenbarung zu lernen und um die Gesetzestafeln zu erhalten.

Bevor Mosche zur Höhe des Berges stieg, sagte er zum Volk: Am Ende von vierzig Tagen, zu Beginn der sechsten Stunde des Tages, werde ich zurückkommen und euch die Tora (die zwei Tafeln) bringen. Das Volk dachte, der Tag des Aufstieges sei in der Zählung der vierzig Tage inbegriffen. Mosche aber hatte von vierzig vollen Tagen gesprochen, Tag und Nacht. Am Tage seines Aufstieges war jedoch die Nacht nicht inbegriffen, denn er ging am Tag des siebten Siwans hinauf. Nach dieser Rechnung wären also die vierzig Tage erst am siebzehnten Tammus zu Ende.

Am sechzehnten Tammus kam der Satan - der Ankläger und Böse - und verwirrte das Weltgeschehen. Er brachte Dunkelheit, Wolken und Nebel auf die Welt um zu beweisen, dass Mosche bereits gestorben sei, denn die sechste Stunde sei schon gekommen und Mosche ist nicht da. "Wo ist euer Lehrer Mosche?" fragte der Widersacher. "Er ist zur Höhe gestiegen", antworteten sie. Da sagte der Satan: "Die sechste Stunde ist bereits gekommen." Das Volk reagierte nicht. " Er ist gestorben!" Keine Reaktion... Da zeigte der Satan ihnen Mosches Todeslager. (Schabbat 89a und Raschi z.St.)

Das Vertrauen des Volkes in Mosche und seinen Worten war grösser als das Sehen mit eigenen Augen. Deshalb, als sie sahen, dass eine Sache, die Mosche ihnen gesagt hatte nicht in Erfüllung ging (der vermeintliche Zeitpunkt der Rückkehr Mosches war verstrichen), war die Enttäuschung dermassen gross, dass die Welt über sie zusammenbrach  und sie den Kopf verloren. Und da sie mit Mosche so verbunden waren, konnten sie ohne ihn – „dem  G"ttlichen Mann" – nicht einmal eine einzige Stunde auskommen. So bestürmten sie Aharon in vollkommener Verwirrung und sprachen zu ihm: "Mache uns einen Gott!"

Mache uns einen Gott
Wie war es möglich, dass ein Volk, das die g"ttliche Offenbarung erlebt und G"ttes Wort gehört hatte, so plötzlich dem Götzendienst verfiel? Wie ist es möglich, dass das gesamte Volk zu einem solchen Vergehen imstande war? Wieso gab es keine Meinungsverschiedenheiten? Ebenso erstaunlich ist es, dass der ganze Stamm Levi nicht mitmachte, so dass kein einziger unter ihnen strauchelte? Wo waren bei dieser Ausartung Nachschon, Sohn des Aminadaw, und seine Anhänger, und wo die siebzig Ältesten, auf denen später G"ttes Geist ruhen sollte, geblieben? Wo waren Kalew, Uri und Bezalel und ihresgleichen? Sind diese Persönlichkeiten, die zu den Gerechten von jeher gezählt wurden, auch der Sünde verfallen?

Man muss dies so verstehen: Vor dem Empfang der Tora hatte G"tt die Herzen aller geläutert. Sie hatten die Gesetze der Tora "ke'Isch echad ubeLew echad" einmütig angenommen. Bei der Verirrung des Goldenen Kalbes waren sie aber nicht mehr  einig. Sie waren zerklüftet. Zuerst als sie zu Aharon kamen und ihn aufforderten, er solle ihnen einen Gott machen, waren fast alle von der reinen Absicht ihres Vorhabens überzeugt. Obwohl sie selbst nicht genau wussten, wie Aharon ihre Forderung ausführen werde, wollten sie sich alle freiwillig dafür einsetzen, dass eine "mächtige Kraft" entstehe, die sie leiten könne, wie Mosche.

Als dann aber dieses Kalb durch die Zauberkraft derer entstand, die schon vorher Götzendienst getrieben hatten (durch das „Erew Raw – gemischte Gesindel“) und die nun in ihrer Mitte weilten, begannen die Meinungsverschiedenheiten: Einige unter ihnen, es waren derer nicht viel, verfielen sofort in ihre alten Gewohnheiten und übten den Götzendienst, den sie schon kannten, in frevelhafter Absicht. Man verwarnte sie, doch liessen sie sich nicht davon zurückhalten. Bei anderen wiederum, einer grösseren Gruppe als der bereits erwähnten, erwachte die Neigung zum Götzendienst, denn sie waren noch nicht vollständig von ihren alten Sitten losgelöst. Es war nur das erhabene Erlebnis am Sinai und die Wunder, die dieser Offenbarung vorangingen, die sie dazu veranlasst hatte, den noch glimmenden Funken des Götzenkultes zeitweise kalt zu machen. Nun aber, da sie die anderen sahen, wie sie dem Kalb dienten, wurde der Funke wieder entfacht, und so standen sie abseits und freuten sich.

Eine andere Gruppe wurde vom Entsetzen ergriffen, als sie Zeugen des schrecklichen Schauspiels wurde. Sie liessen harte Worte gegen die Anbeter des Goldenen Kalbes sowie gegen die Treugebliebenen, erschallen, denn beide Gruppen verhöhnten sich gegenseitig. Sie sagten: „Ihr seid alle gleich“, und sie verachteten beide Seiten.

Natürlich gab es auch eine grosse Gruppe von Zaddikim und standhaften Personen im Lager. Aber als diese sahen, dass ihre Brüder den Glauben verloren hatten, verzweifelten sie und sagten: "Wir glauben nicht, dass diese je wieder Teschuwa machen (zurückkehren) würden. Sogar, wenn sie sich zur Teschuwa - zur Rückkehr zu G"tt entschliessen sollten, würde G"tt sie nicht erhören. Von solch tiefgesunkenen Abtrünnigen könne kein Priesterreich und kein heiliges Volk - "Mamlechet Kohanim weGoj kadosch" - entstehen. So sagten sie zu ihnen: "Ihr seid nicht unsere Brüder, ihr gehört nicht mehr zur Gemeinschaft Israels!"

Trotz dieser unterschiedlichen Haltung der verschiedenen Gruppen bezüglich des Goldenen Kalbes, hatte der Heilige, gelobt sei Er, Mosche das Ereignis so geschildert, als hätte sich das gesamte Volk dem Götzendienst hingegeben. Sogar diejenigen, die sich für G"tt ereifert hatten und hart gegen die Abtrünnigen aufgetreten waren, hatten sich in Seinen Augen als "Götzendiener" erwiesen. Auch sie hatten dem Goldenen Kalb irgendeine minimale Kraft zugeschrieben, denn sonst hätten sie nicht verzweifelt und ihre Brüder endgültig abgeschrieben. Sie hätten die Entartung als Ausgelassenheit betrachten sollen, gleich wilden Knaben, deren Lehrer zeitweilig nicht anwesend ist. Konnte es denn wirklich einen solch tiefgreifenden Götzendienst geben, der ein Volk für immer und ewig seiner heiligen Bestimmung entreisse? Am nächsten Tag werde Mosche zurückkehren. Dann werden die Sünder bestraft werden, und alle anderen ihre ursprüngliche Stellung wieder einnehmen. Mehr noch, sie werden die Schande ihres Vergehens so stark verspüren, dass sie sich noch inniger an G"tt anklammern werden als vor der Sünde. Wieso hatten sie sich denn sonst so masslos erregt und ihre entarteten Brüder als hoffnungslos abgewiesen? Auch sie hatten also das Goldene Kalb als Realität betrachtet.
Darum hatte auch G"tt zu Mosche gesagt: "…ki schichet Amcha... – denn verdorben ist dein Volk..." (Schemot 32, 7)

In der Tat, als Mosche am nächsten Tag herunterkam und am Eingang des Lagers ausrief: "Wer für G"tt ist, komme zu mir" (Schemot 32, 26), war nur der Stamm Levi dem Aufruf gefolgt. Nicht etwa, dass sie sich anders verhalten hatten als die Gerechten der übrigen Stämme. Doch als Mosche wieder anwesend war, unterstellten nur sie sich alle bedingungslos seiner Führung. Wie sich Soldaten ihrem Befehlshaber unterstellen, so verhielt sich der gesamte Stamm Levi. Die Getreuen der anderen Stämme sagten: "Rufst du diejenigen zu dir, die gesündigt haben, oder etwa die, welche die Sünder nicht verwarnt hatten? Glaubst du gar, dass durch diese alles wieder in Ordnung kommen könne? Weder sie noch wir können das Haus G"ttes wieder aufbauen."

Diese hatten somit einen Augenblick Mosches Führung in Frage gestellt. Wer aber über seinen Lehrer zweifelnd nachsinnt, gleicht dem, der gegen die Schechina - die g"ttliche Anwesenheit - Einwände erhebt. Desweitern ist es nicht ziemend für ein Volk – das am Fusse des Sinai gestanden und alle Himmeln und die Tiefe der Erde sich in einzigartiger Weise vor ihnen geöffnet hatte, das sie sehen konnten, dass „Ejn od milewado - es gibt niemanden ausser ihm“ – irgend eine Realität dem Goldenen Kalb zuzuschreiben, dass es das heilige Volk derart zerstören kann, dass es keine Instandsetzung mehr gibt.

Wiedergutmachung
Was tat nun Mosche? Er nahm seine Stammesbrüder und verurteilte alle, die sich mit frevelhafter Absicht dem Götzendienst hingegeben hatten und diese erhielten ihre Strafe. Es gab drei Arten der Todesstrafe: Alle die in frevelhafter Absicht dem Goldenen Kalb gehuldigt hatten, obwohl sie durch Zeugen gewarnt worden waren, dass ihnen die Todesstrafe gebühre, wurden mit dem Schwert hingerichtet. Alle, die von Zeugen gesehen, jedoch nicht verwarnt worden waren, starben vor G"tt durch eine Epidemie. Alle, die weder von Zeugen gesehen wurden noch verwarnt waren, mussten sich einer Untersuchung mit Wasser unterziehen, einer Methode, die auch bei der Sota - einer Ehebrecherin - angewandt wurde. Mosche zerrieb das Goldene Kalb und warf die Asche in den Fluss, dessen Wasser alle trinken mussten. Der Unterleib der Sünder schwoll an und sie starben. Die Mehrheit des Volkes jedoch blieb am Leben und wandte sich in aufrichtiger Liebe wieder G"tt zu, denn nach der eindrucksvollen Offenbarung am Sinai konnte keine Macht auf der Welt dem Volk Israel seine Heiligkeit entreissen.

Es ergibt sich, dass eigentlich nur wenige wegen der Sünde beim Goldenen Kalb in Schuld geraten waren. Als sie aus Ägypten zogen, waren sie "Etwa sechshunderttausend Fussvolk" (Schemot 12, 37). Als die Zählung durch den Schekel, den die Benej Jisrael für den Bau des Stiftszeltes spendeten, durchgeführt wurde, ungefähr drei Monate nach der Sünde des Goldenen Kalbes, waren sie 603'550.

Das Zerbrechen der Bundestafeln
Als G"tt Mosche die Bundestafeln übergab, "trugen sie sich selbst". Als Mosche herabstieg, sich dem Lager näherte und das Goldene Kalb sah, "flog die Schrift davon" und Mosche verspürte plötzlich das Gewicht der Tafeln. "…wajichar Af Mosche wajaschlejch miJadaw et haLuchot ... - da entbrannte Mosches Zorn, und er warf die Tafeln aus der Hand..." (Schemot 32, 19 / Tanchuma ibid). Wie zerbrach er die Tafeln? Als er sie in Empfang genommen hatte und mit ihnen herunterstieg, war er mit Freude erfüllt. Doch als Jisrael sündigte, sagte er: "Wenn ich sie ihnen gebe, werden sie durch dem schweren g"ttlichen Urteil zum Tode verurteilt sein, denn es steht in den Tafeln geschrieben "Lo jihje lecha... - du sollst keine anderen Götter haben." Da kehrte er um. Die Ältesten sahen ihn und liefen ihm nach. Mosche hielt die Tafeln am oberen Ende und die Ältesten am untern Ende. Mosche hatte mehr Kraft als die siebzig Ältesten und behielt die Tafeln, denn es heisst: "Ulechol haJad hachasaka… - und nach all der gewaltigen Stärke..." (Dewarim 34, 12). Da schaute Mosche auf die Tafeln und sah, dass die Schrift verschwunden war. Da spürte er das Gewicht der Tafeln, sie fielen aus seiner Hand und zerbrachen. Manche sagen, er habe sie erst zerbrochen, als G"tt ihm sagte "…ascher schibarta... - …die du zerbrochen hast" (Schemot 34, 1) - Jejascher Kochacha, - es sei dir gedankt dafür, dass du sie zerbrochen hast. (Ein Wortspiel mit „ascher“ und „Jejascher“) (Jalkut Ki Tissa, 393)

Dies kann man mit einem Gleichnis illustrieren: Ein König heiratete und schrieb seiner Braut eine Ketuba - den Hochzeitsvertrag – und übergab sie einer ihrer Begleiterinnen. Nach einiger Zeit wurde Böses über die Braut berichtet. Was tat die Braut-Begleiterin, die den Vertrag bei sich hatte? Sie zerriss die Ketuba und sagte: Es ist besser, wenn sie als nicht angetraut betrachtet wird und nicht als verheiratete Frau. Genau so handelte Mosche. Er sagte sich: Wenn ich die Tafeln nicht zerbreche, ist Israels Stellung unhaltbar. Es heisst nämlich: "Sowe’ach Lelohim jochoram… - wer den Göttern opfert, soll durch Vernichtung ausgeschieden werden" (Schemot 22, 19). Was tat Mosche? Er zerbrach sie. Er sagte zu G"tt: Sie wussten ja nicht, was darauf geschrieben war.

Möglichkeit der Teschuwa - Rückkehr zu G"tt - steht jedem offen.
Wieso strauchelte gerade diese Generation, die doch auf so hoher Stufe gestanden hatte? Auch die anderen Fehlhandlungen der Generation der Wüstenwanderung sind nicht verständlich: Die Sünde der Kundschafter, die Klagen über Nahrungsmangel, die Auseinandersetzung mit Korach und seiner Rotte - fast die ganze Generation hat sich bei all diesen Vorkommnissen schuldig gemacht. Warum hat der Lenker der Geschichte gerade diese Generation, die doch die ausserordentliche Offenbarung miterlebt und eine so hohe Stufe des Wissens erreicht hatte, in solch unwürdige Situationen gebracht? Dies geschah sicherlich, um den Menschen den Weg zur Teschuwa - zur Rückkehr - zu weisen.

Jisrael war gerade erst zum Volk geworden. Zu Beginn waren sie noch ganz von der g"ttlichen Anwesenheit durchdrungen. Sie wurden mit dem Brot des Himmels beschenkt, sie tranken Wasser aus dem Brunnen, sie lagerten, nach den Fahnen ihrer Stämme geordnet, unter dem Schutz der g"ttlichen Wolken und wurden von Mosche und Aharon geführt. Der Weg bis zum Ende aller Tage ist noch sehr weit, ein Weg von tausenden Jahren. Er ist auch schwer zu beschreiten. Es ist ein Weg voller Versuchungen und schwerer Prüfungen: Armut und Reichtum, Sklaverei und Freiheit - gegensätzliche Erlebnisse und Empfindungen müssen verkraftet werden und werden für viele zum Fallstrick auf diesem langen Gang. Es gab viele Situationen, in denen das Volk sich zu Sünde, Untreue gegen G"tt und zur Rebellion verleiten liess. Doch die unwürdigen Situationen der Generation der Wüste sollte Lehre für es sein, dass es nicht sagen solle: Wir waren schon so tief in Sünde und Schuld versunken so dass der Weg zur Umkehr vor uns verschlossen war. In einer solchen Gemütsverfassung wären sie, G"tt behüte, vollkommen dem Untergang geweiht. Deshalb war G"ttes Absicht, Jisrael in allen Generationen den Weg zur Umkehr zu zeigen. Selbst wenn sie bis zum Ende des Himmels verstossen sind, G"tt ist immer bereit, sie zu Sich zurückzuführen. Keine Generation kann sich schwerer vergehen als die der Wüstenwanderung. Trotz alledem hat sie der Heilige, gelobt sei Er, sich zu Seinem Erbbesitz erkoren.

So sagen unsere Weisen (Awoda Sara 4b): Rabbi Jehoschua Ben Levi sagte: Jisrael hatte das Goldene Kalb nur deshalb gemacht, um denen, die zurückkehren wollen, Zuversicht zu geben. So heisst es: "Mi jitejn wehaja Lewawam se lahem lejir’a Oti… - O bliebe ihnen doch ein solches Herz, das mich allezeit fürchtet und alle Meine Gebote beobachtet, auf dass es ihnen und ihren Kindern auf ewig wohlergehe." (Dewarim 5, 26) Hieraus ersehen wir, dass sie heldenhaft und mutig in ihrer G"ttesfurcht waren. (Raschi zu dieser Stelle in Awoda Sara 4b)

"Helden und Beherrscher ihrer Triebe waren sie, doch war es ein "Befehl des Königs" - es war G"ttes Absicht, dass der böse Trieb den Sieg über sie errang, damit alle, die zu G"tt zurückkehren wollen, zuversichtlich eine Möglichkeit hierzu erkennen sollen. Wenn der Sünder sagt: "Ich kann nicht zurückkehren, denn Er wird mich nicht empfangen", so sage man Ihm: "Geh und lerne aus der Sünde der Benej Jisrael beim Goldenen Kalb. Sie waren dem Heiligen, gelobt sei Er, abtrünnig geworden und G"tt hat sie wieder bei Sich aufgenommen." (Raschi ibid.)

Auch der Prophet Jeschajahu sagt: "Lechu na weniwachecha... - Kommet und lasst uns rechten, spricht G"tt, wenn eure Sünden scharlachrot sind, wie Schnee werden   sie weiss..." (Jeschajahu 1, 18). Man lernt hieraus dass der böse Trieb in dieser Weise sein Unwesen treibt: Zuerst verleitet er den Menschen, das Böse zu tun. Ist er dann tief darin versunken und möchte zurückkehren, sagt der böse Trieb zu ihm: Wozu willst du zurückkehren, du wirst ja nicht wieder in Gnade aufgenommen. Mit dem obenerwähnten Vers will der Prophet den Rückkehrern das Gegenargument bringen, dass eine Rückkehr immer möglich sei.

2. Das tägliche Ganz-Opfer wurde abgestellt

Bei der Zerstörung des ersten Tempels wurde die Mauer Jeruschalajims am neunten Tammus durchbrochen. An diesem Tag drangen die Feinde in die Stadt ein und richteten grosse Verwüstungen an. In den heiligen Tempel jedoch konnten sie nicht eindringen, denn die Kohanim hatten sich darin verschanzt und verrichteten dort den Tempeldienst bis zum siebten Aw. Doch seit dem 13. Tammus hatten sie keine Lämmer mehr für das tägliche Ganz-Opfer. Normalerweise befanden sich im Vorhof des Tempels immer fehlerfreie Opfertiere für vier Tage, deshalb benützten sie diese Tiere vom 9. bis zum 13. Tammus für den Tempeldienst. Vom dreizehnten Tammus an bestachen die Kohanim die Soldaten, die die Mauer belagerten. Sie gaben Ihnen Gold und Silber, und bekamen dafür Lämmer für das tägliche Opfer. Dies gelang bis zum siebzehnten Tammus. Ähnliches berichtet der Talmud Jeruschalmi vom zweiten Tempel, Ta'anit Kap. 4, Halacha 5:

Rabbi Schimon sagt im Namen von Rabbi Jehoschua Ben Levi: Zur Zeit der griechischen Herrschaft über Israel liessen sie zwei Körbe voll Gold hinunter und zogen dafür zwei Lämmer herauf. Einmal liessen sie zwei Körbe hinab, und man gab ihnen dafür zwei Zicklein. (Für das tägliche Opfer sind diese unbrauchbar.) Da erhellte G"tt ihre Augen, und sie fanden zwei Lämmer in der Kammer der Lämmer.

Rabbi Levi bezeugte: Auch zur Zeit dieses bösen Königreiches (römische Herrschaft) liessen sie zwei Körbe voll Gold hinunter und zogen dafür zwei Lämmer herauf. Am Ende schickten die römischen Wachen zwei Schweine hinauf. Kaum waren diese bis zur Hälfte der Mauer hochgezogen, drückten die Schweine ihre Klauen in die Mauer und sie wurden vierzig Parssa (ca. 160 Km) weit weggeschleudert.

3. Die Stadtmauern wurden durchbrochen

Bei der Zerstörung des Zweiten Tempels wurden die Mauern von Jeruschalajim am siebzehnten Tammus durchbrochen. An diesem Tage stürmten Titus und sein Heer die Stadt. Bei der Zerstörung des Ersten Tempels in den Tagen des Königs Zidkijahu erfolgte der Durchbruch bereits am neunten des Monats. So heisst es in Jirmijahu, Kap. 52, 6-7: "Im vierten Monat (Tammus), am neunten des Monats, war die Hungersnot gross in der Stadt, kein Brot war mehr für die Bevölkerung vorhanden. Die Stadtmauer wurde durchbrochen, und alle Krieger flohen und verliessen nachts die Stadt...."

Im Talmud Jeruschalmi, Ta'anit Kap. 4, 5 wird berichtet, dass die Mauern von Jeruschalajim auch bei der Zerstörung des Ersten Tempels am siebzehnten Tammus durchbrochen wurden. Aber durch die fürchterlichen Leiden damals gerieten die Aufzeichnungen ins Durcheinander, und man glaubte, der Durchbruch habe bereits am neunten Tammus stattgefunden. Trotzdem das G"tt und auch der Prophet Jirmijahu dies wussten, liess Er den Propheten niederschreiben, der Durchbruch habe bereits am neunten Tammus stattgefunden, denn dies war die Meinung des Volkes. Er wollte damit ausdrücken, dass Er mit dem Volk litt, als ob auch Seine Berechnung quasi verwirrt sei. Es ist dies eigentlich eine unfassbare Erklärung!

Man vergleicht dies mit einem König, der gerade dabei ist, seine Rechnungen zu regeln. Da kam man zu ihm und sagte: Dein Sohn ist in Gefangenschaft geraten. So kamen seine Rechnungen durcheinander und er sagte: so sollen nun die Rechnungen von da ab beginnen. (Talmud Jeruschalmi, ibid.)

„Weil sie sich durch Ihr Elend in der Berechnung irrten, wollte der Vers nicht von Ihrer Meinung abweichen." (um die Grösse ihrer Leiden kundzutun) (Tosafot Rosch Haschana 18b)

4. Apostamos verbrennt die Tora

Dieses Ereignis wird in der Mischna erwähnt; (Ta'anit Kap. 4, 5) Einzelheiten sind aber aus den frühesten Quellen nicht bekannt. Im Jeruschalmi wird nur erwähnt: Wo verbrannte er sie? Rabbi Acha sagt: in den Durchgangsstrassen von Lod. Die Weisen sagen: In den Durchgangsstrassen von Tarlosa.

Ha'acharonim - die Weisen der Neuzeit - nehmen an, dass sich die Verbrennung zur Zeit des römischen Prokurators Comenus ereignet hat. Es geschah dies ungefähr 16 Jahre vor dem grossen Aufstand gegen die Römer. Zu jener Zeit begannen die römischen Soldaten mit schweren Provokationen gegen die Juden und ihre Heiligtümer. Es entstand ein grosser Aufruhr, der sich nachher wieder beruhigte. Von dieser Periode erzählt Josephus Flavius folgendes:

"Nach diesem Unheil, (etwa 10000 Mann waren auf dem Tempelberg erschlagen worden, durch Unruhen, die die Römer hervorgerufen hatten) entstand neue Unruhe wegen eines Raubes. Auf der Hauptstrasse in der Nähe von Bejt Choron hatten Räuber ein Gefolge des Stephanos, eines königlichen Beamten, überfallen und vollkommen ausgeraubt. Comenus schickte seine Soldaten in die naheliegenden Dörfer und befahl, man solle die Bewohner festnehmen und sie zu ihm bringen. Die Anschuldigung gegen sie war, dass sie die Räuber nicht verfolgt und gefangengenommen hätten. Einer der Soldaten riss eine Torarolle in einem der Dörfer an sich, zerriss sie und verbrannte sie.... Von allen Seiten eilten Juden zitternd herbei, als ob das ganze Land in Flammen aufgegangen wäre. Als die Botschaft zuerst bekannt wurde, versammelten sich alle in grossem Eifer, um ihre Heiligtümer zu retten. Wie Pfeilgeschosse rannten sie nach Cäsarea um Comenus anzuflehen. Sie baten ihn, er möge Rache an dem Mann üben, der ihren G"tt und ihre Tora gelästert hatte. Der Prokurator verstand, dass sich die wütende Volksmenge nicht beruhigen wird, bis er sie beschwichtigen werde. Er befahl darum, man möge den Soldaten bringen und ihn in Anwesenheit der Kläger auf dem Schaffot hinrichten lassen. Erst dann kehrten die Juden in ihre Städte zurück."

Bejt Choron liegt auf der Strasse zwischen Lod und Jeruschalajim. Dies stimmt mit dem Ausdruck "Durchgangsstrassen von Lod" überein. Es wird angenommen, dass sich dieses Vorkommnis am siebzehnten Tammus ereignet hat, einige Jahre vor der Zerstörung des Zweiten Tempels. Der Name Stephanos wurde mit dem Namen Apostamos verwechselt. Solche Namensverwechslungen kommen des Öfteren vor.

Manche beziehen dieses Ereignis auf Antijochus Epiphanes, von welchem berichtet wird: "Und die Torarollen, die sie fanden, wurden zerrissen und verbrannt." In diesem Zusammenhang gibt es noch andere Vermutungen.

5. Ein Götzenbild im Heiligtum

Es gibt Erklärungen, wonach auch das Aufstellen des Götzenbildes im Heiligtum durch Apostamos an jenem Tag sich ereignete. Manche erklären, es handle sich um das Standbild, welches der König Menasche im Tempel aufgestellt hatte, und auch dies soll sich am siebzehnten Tammus ereignet haben.

Vorschriften für den siebzehnten Tammus

Bei sefardischen Juden ist es Brauch, am Schabbat vor dem siebzehnten Tammus den Fasttag öffentlich anzukündigen. Der Fasttag des siebzehnten Tammus beginnt erst bei Tagesbeginn, genau wie am Zom Gedalja und am zehnten Tewet, d.h. bei Morgenröte, und nicht am Vorabend, an dem es noch erlaubt ist, zu essen und zu trinken. Auch für Kranke gibt es Erleichterungen, selbst wenn keine Lebensgefahr droht. Auch schwangere und stillende Frauen müssen nicht fasten, wenn es ihnen besonders schwer fällt. Jedoch sollen auch Nichtfastende sich gewisse Erschwerungen auferlegen und sich von Leckerbissen zurückhalten. Sie sollen nur so viel essen, wie es ihr Wohlbefinden fordert. Auch Kinder, die bereits die Wichtigkeit des Trauerns verstehen, aber eigentlich noch nicht fasten müssen, sollen aus erzieherischen Gründen aufmerksam gemacht werden, sich gewisse Beschränkungen aufzuerlegen.

Waschen, Salben und das Tragen lederner Schuhe sind erlaubt. Doch wer echte Trauer fühlt, soll sich auch beim Waschen und Salben Zurückhaltung auferlegen, jedoch darf man Lederschuhe tragen, um in den Augen der Mitmenschen nicht lächerlich zu erscheinen. (Heutzutage ist verständlicherweise dies nicht mehr so aktuell, da sehr viele Leute ganzjährlich nicht mit Lederschuhen gehen)

Man sollte jedoch, sowohl am siebzehnten Tammus als auch am zehnten Tewet darauf bedacht sein, sich die Erschwerungen aufzuerlegen, die für die Trauertage vom Rosch Chodesch Aw bis zum neunten Aw gültig sind.

Wenn man am siebzehnten Tammus vor der Morgenröte aufwacht, darf man etwas trinken uns essen, aber nur unter der Bedingung, dass man sich dies am Vorabend vor dem Schlafen vorgenommen hat. Ist dies nicht der Fall, so soll man es unterlassen. Trinken ist nach Meinung einiger Autoritäten auch ohne Vornahme erlaubt. Der Sohar jedoch verbietet Essen sofern man in der Nacht geschlafen hat, und erlaubt Trinken, unabhängig von Vorbedingungen.

Beim Morgengebet und zu Mincha wird "Wajechal" aus der Tora verlesen. Man schaltet nach sefardischem Brauch "Anejnu" in der Schemone Esre ein, sowohl am Morgen als auch zu Mincha im Segensspruch "Schomea Tefilla". Bei Aschkenasim - den europäischen Juden - ist es aber Brauch, "Anejnu" nur zu Mincha einzuschalten. Der Vorbeter allein schaltet es jedoch auch nach aschkenasischem Minhag zu Schacharit zwischen "Go'el" und "Rofe" ein. "Anejnu" wird im Minchagebet auch von denen, die nicht bis zu Ende fasten, eingeschaltet. Hat man aber schon gegessen, so sagt man nicht "Anejnu". Auch soll der Nichtfastende nicht zur Toravorlesung aufgerufen werden, weil die Vorlesung für den Fasttag bestimmt ist. Wird er trotzdem aufgerufen, so soll er sich nicht weigern, denn so verlangt es die Ehre der Tora.

"Bejn Hamezarim" - In den Zeiten der Bedrängnis

Die drei Wochen zwischen dem siebzehnten Tammus und dem neunten Aw nennt man "Bejn Hamezarim - die Zeit der Bedrängnis." Dies bezieht sich auf einen Vers von Ejcha: "Kol Rodfeha hissiguha bejn Hamezarim - alle seine Verfolger erreichten es zwischen den Grenzen" (wo es keinen Ausweg mehr gibt) (Ejcha 1, 3). Unsere Weisen sagen: "Dies sind die Tage der Not, (es ist ein Wortspiel: Mezarim - Zara, Bedrängnis, Enge und Not). Gemeint sind die Tage vom siebzehnten Tammus bis zum neunten Aw. Diese Tage waren immer verhängnisvoll für das Volk Israel. Beide Tempel wurden während dieser Periode zerstört. Mehr als alle anderen Tage des Jahres ist diese Zeit eine Zeit der Trauer. In diesen drei Wochen werden keine Hochzeiten gefeiert. Man soll während dieser Periode keine Musik hören, keine Vergnügungsreisen unternehmen und sich die Haare nicht schneiden.

In dieser Zeitspanne soll man den Segensspruch "Schehechejanu" nicht sagen, weder auf neue Kleider, noch auf eine neue Frucht, denn es ist eine Zeit des Leides. Andere erleichtern am Schabbat bis Rosch Chodesch Aw. Doch bei Brit Mila und bei Pidjon Haben - Auslösung der Erstgeborenen - wird "Schehechejanu" gesagt. Auch wenn es eine Frucht gibt, die man nach dem neunten Aw nicht mehr findet, soll man sich diese Mizwa nicht entgehen lassen, und man kann dann diesen Segensspruch am Schabbat sagen. Man soll jedenfalls für diese Beracha bis Schabbat warten. Wenn eine schwangere Frau nach einer neuen Frucht Gelüste hat, oder auch ein Kranker, so darf er "Schehechejanu" sprechen.

Diese Tage - Bejn Hamezarim - gelten als verhängnisvoll, und darum soll man in diesen Wochen sehr vorsichtig sein. Ein Lehrer soll an diesen Tagen seine Schüler nicht schlagen, und auch ein Vater soll seinen Sohn in diesen Tagen nicht schlagen.

Es sollen diese Tage zur Besinnung aufrufen. Man soll nachdenken und trauern über die Zerstörung des Tempels. An einigen Orten pflegt man in diesen Tagen, ausser am Schabbat,  um die Mittagszeit auf den Boden zu sitzen und das Tikkun Chazot (Mitternachtsgebet) –  zu sagen.

Drucken E-Mail

Jüdisches Leben in Zürich

jewish-zuerich

Jüdisches Leben in Zürich

Koschere Hotels

hotelinberge

Koschere Hotels